Tag 6 – Kreuzfahrt Perlen der Ostsee

30.06.2006 – Saaremaa (Estland)

Heimlich still und leise haben wir in der Nähe von Tagaranna, am nagelneuen Pier für Kreuzfahrtschiffe angelegt. Als wir um 7:00 Uhr aufstanden, waren wir bereits fest vertäut.

Also nichts wie los zum Frühstück, denn die Landausflüge waren ab 8:30 Uhr geplant und schliesslich waren die Busse auch schon da. Wie wir erfahren haben, werden die Busse auf dem Festland bestellt und fahren dann über die Fährverbindung und den Damm nach Saaremaa.

Endlich war es soweit, dass wir von Bord durften. Auch hier gab es eine Zollstation und wir durften wieder mal unseren Reisepass zeigen. Aber es war alles etwas anders als wir es seither bei unseren Landgängen gewohnt waren. Es war einfach nur ruhig, kein Lärm ausser dem, den die Kreuzfahrtpassagiere verursachten. Also haben wir unseren Bus gesucht und auch gleich gefunden. Unsere Ausflugsbegleiterin Kaja war eine sehr kompetente und auch witzige Begleiterin.

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Auf Saaremaa gab es bis vor kurzem noch sehr wenige asphaltierte Strassen. Dies ändert sich in den nächsten Tagen und Monaten, denn aus den Schotterpisten werden schöne geteerte Strassen. Nur eines sollte man nicht machen, versuchen auf eigene Faust in dieser kurzen Zeit die Insel zu erkunden, da es am Hafen kein einziges Taxi gibt, sofern es auf Saaremaa überhaupt Taxen gibt, denn gesehen haben wir keines.

img 02744aWir fuhren also los bis zum nächsten Ort Mustjala, der aus ein paar wenigen Häusern bestand. Man erklärte uns, dass nur sehr wenige Menschen noch hier leben und die meisten Häuser als Ferienhäuser dienen. Es gab also hier wenig zu erkunden, aber ein paar Aufnahmen konnten wir bei diesem Halt schon machen, vor allemimg 02694a wenn man nicht dem Pulk der Leute folgt, sondern sich etwas absetzt und die Zeit nicht vergisst.

Anschliessend fuhren wir in ein Dorf und besichtigten das dortige Museum, in dem verschiedene Gegenstände, die das Leben auf Saaremaa zum Teil widerspiegeln zusammengetragen wurden. Es kommt einem vor, als wäre die Insel erst gerade entdeckt worden und die Bewohner beginnen gerade sich auf den Tourismus einzustellen. Anschliessend haben wir die Kirche bzw. einen Laden besichtigt indem man handgefertigte Strickwaren kaufen konnte. Allein die Vorstellung trieb mir schon den Schweiss auf die Stirn. Dann noch ab in die Kirche wo wir einiges über den Kirchenbau aber auch über das Christentum auf Saaremaa erfahren haben.

img 02779aSchliesslich wurden wir noch zum Dorfplatz gebracht, wo wir einer Vorführung von Einheimischen beiwohnten. Sie zeigten uns, wie auf Saaremaa eine Hochzeit gefeiert wird. Die ganze Zeremonie dauert immer 3 Tage und es wird viel gesungen und getanzt.

Danach war es auch schon wieder Zeit sich von diesem Ort zu verabschieden. Wir fuhren noch einen alten Friedhof in der Nähe an, der recht idyllisch im Wald gelegen war. Es gibt dort zwar einen Zugang mit einem Tor, aber im Normalfall steigen die Besucher über eine Treppe integriert in die Steinmauer. Die Zeit war knapp und man konnte nur kurz den Erklärungen von Kaja lauschen und schon mussten wir wieder in den Bus. Der Besuch auf Saaremaa näherte sich schon wieder seinem Ende und unser Bus rollte unaufhaltsam wieder Richtung Hafen, wo die Lili Marleen schon auf uns wartete, damit sie ablegen kann und den Kurs auf Gydina (Polen) nehmen konnte.

Den Nachmittag an Bord haben wir mit Kaffee und Kuchen bzw. relaxen verbracht (schliesslich hatten wir ja Urlaub und der solllte auch der Erholung dienen).

Ach ja, fast hätte ich es vergessen bis Gydina waren es 290 Seemeilen (=537 km).

Fortsetzung folgt