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Zwei alte Herren auf Kreuzfahrt

Die letzten zweieinhalb Wochen war ich mit meinem Kumpel Uwe auf Kreuzfahrt unterwegs. Über die Orkney-Inseln ging es nach Island, Spitzbergen, zum Nordkap und dann über Fjordane, Bergen und Stavanger zurück nach Bremerhaven – 4846 Seemeilen.

Interessant finde ich, trotzdem wir die meisten Tagesausflüge und auch sehr viel Zeit an Bord gemeinsam verbracht haben, daß die Eindrücke der Reise doch von uns beiden teilweise sehr unterschiedlich wahrgenommen, eingeschätzt und bewertet werden.

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In den nächsten Tagen werde ich Stück für Stück über die Reise, die Eindrücke, den Service an Bord und über sonstige Erlebnisse berichten.

5. Juni 2008 – Anfahrt und Abreise

Für die Anreise nach Bremerhaven hatten wir die Bus-Anreise mit gebucht. Mein Zustiegsort war Ulm, wo ich am 4. Juni kurz vor 23 Uhr den Bus entern durfte. Mein Kumpel Uwe hatte Stuttart als Zustiegsort gewählt.

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Mit einem komfortablen Reisebus, ausgestattet mit genügend bayerischer Brotzeit und diverser Flüssignahrung ging’s dann zügig von Ulm über Stuttgart, Würzburg und Kassel nach Bremerhaven, wo wir das Cruise-Terminal schon am späten Vormittag erreichten. Der Zubringer-Service, durchgeführt von der Firma “Komm mit” aus dem Allgäu war auch diesmal wieder makellos. Freundliche Hostess, ausgeschlafene Fahrer in genügender Anzahl und ein rundum perfekter Service hat mich die 11-Stunden-Anreise als sehr angenehm empfinden lassen. Zumindest hier war alles auf gleich hohem Niveau, wie bei früheren Anreisen zur “Mona Lisa” und zur “Lili Marlen”.

Die für 12 Uhr geplante Einschiffung (auf’s Schiff um 13 Uhr) verzögerte sich dann letztendlich um Stunden. Auch das um 18 Uhr geplante Auslaufen fand dann kurz vor Mitternacht statt.

Die bildliche Zusammenfassung der ersten Stunden (leider nicht) auf dem Schiff:

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Fortsetzung folgt in Kürze…

Geschrieben von kuni-r am 21. Juni 2008 | Abgelegt unter Kreuzfahrt im hohen Norden,Reiseberichte Kuni | Keine Kommentare

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6. Juni 2008 – 473 Seemeilen

Heute ist Seetag – über den Atlantik nach Schottland zu den Orkney-Inseln. Zeit für einen ersten Blick…

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Die Gäste entspannen oder schauen sich, wie ich, erst mal auf dem Schiff um. Wie sieht sie aus, “unsere” Mona Lisa, hört man viele sagen. Es haben sich eine große Zahl an Wiederholern eingefunden, die das Schiff von früher kennen und nun mal sehen wollen, ob sich was verändert hat. So auch ich, der ich mit der Kamera mal meine erste Runde mache:

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der Eingang zum Restaurant

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der Bereich der Reception

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und wie es im Restaurant innen aussieht.

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Das Festhalten erster Eindrücke paart sich mit Entspannung. Auf den ersten Blick sieht’s eigentlich ganz gut aus. Eigentlich! – Da ganz schnell Erinnerungen an die Reise 2003 hoch kommen, schaue ich am ersten Tag doch noch ziemlich global, freue mich über das viele Holz und die auf den ersten Blick gleich gebliebene mondän wirkende Einrichtung und Vertäfelung. Einzig die vielen Stühle und Liegen aus Plastik fallen mir gleich auf. Das war früher noch zum größten Teil aus Holz und fügte sich damals viel besser in das Gesamtbild ein.

Der Koch ist alles andere als verliebt, oder er hat das Bunkern von Salz vergessen. Also gibt es Schonkost. Alles schmeckt ziemlich neutral. Die Rinderkraftbrühe schmeckt irgendwie auch nicht anders als die gestrige Blumenkohlcremesuppe mit Croutons, die gleichermaßen geschmack- wie croutonlos war. RinderKRAFTbrühe heißt sie vermutlich wegen des Herstellers. Das salzlose Essen ist natürlich kein Wunder, liegt doch das vermutete Durchschnittsalter >70. Da haben Uwe und ich als “Bald-Mittfünfziger” keine Chance, es sichtbar zu drücken. Zwei gegen 780 – aussichtslos!

Durch das viele Warten gestern, am ersten Tag, müde geworden, bleibt vor einem Absacker-Bierchen in der Freibeuterbar noch ein kleiner Moment für ein Selbstportrait im vorderen Aufgang.

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Schon morgen früh um 7 Uhr sollen wir in Kirkwall auf den Orkney-Inseln ankommen – und nicht vergessen, die Uhr um eine Stunde zurück zu stellen…

Geschrieben von kuni-r am 21. Juni 2008 | Abgelegt unter Kreuzfahrt im hohen Norden,Reiseberichte Kuni | Keine Kommentare

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7. Juni 2008 – Anlandung in Kirkwall

Ankunft um 7:00 Uhr! Ich bin doch im Urlaub! Aufstehen um viertel vor Sechs, aufhübschen und dann Frühstück! Irgendwie kann die Temperaturvoraussage nicht stimmen – wir nehmen Frühstück auf dem Lido-Deck im Freien und bis wir zum hübschen Plastiktisch mit den hübschen Plastikstühlen kommen, sind die Rühreier kalt.

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Unsere gebuchte Tour heißt “Kirkwall – archäologische Wunder” und soll rund 3,5 Stunden dauern. Wir werden erstmals getendert, das heißt, mit Booten an Land gebracht.

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Heute lernen wir die Mentalität der Menschen also erstmals richtig kennen. Gedrängel am Ausgang, obwohl xmal gesagt und geschrieben wurde, daß nicht in den Treppenhäusern und vor der Gangway gewartet werden darf, sondern nur der jeweils aufgerufene Bus zum Auschecken kommen darf, interessiert das viele unserer Mitreisenden nicht wirklich. Man hat den Eindruck, daß die meisten unserer Mitpassagiere Angst haben, sie könnten noch auf der Gangway sterben, bevor sie die Orkneys betreten haben. Alles drängelt, spätere Busse versperren den ersten den Weg, es gibt Verzögerungen, weil jeder der erste sein will. Je älter, desto weniger Zeit scheinen alle zu haben.

Wir lachen drüber, lassen uns Zeit und siehe da, unser Bus wartet bis alle eingeteilten Ausflugsteilnehmer da sind. Unser örtlicher Guide spricht nur englisch, aber wir haben den Andreas mitbekommen, der als Simultanübersetzer mächtig Eindruck auf uns macht.

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Erster Halt, der Steinkreis “Ring of Brogar”. Ein Bild mit “ohne Menschen” braucht etwas Geduld und das Selbstbewußtsein, ohne schlechtes Gewissen der letzte der Gruppe zu sein, der zum Bus zurück kommt. Wir waren trotzdem in der Zeit und hatten sogar noch Gelegenheit, mal rechts und links vom Wegrand zu schauen:

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Schon ging’s weiter zu den Ausgrabungsstätten des, mit Gründung ca. 2500 v.Chr., wohl ältesten Dorfes auf den Orkneys.

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Links im Bild das Bett. Da hat wohl einer der Passagiere auch Probleme mit dem nächtlichen Schlaf auf dem Dampfer, dessen Betten, vorsichtig ausgedrückt, ein wenig durchgelegen sind, und hat die Matratze mitgenommen… ;-)

Über einen kleinen Rundweg gelangt man erst zur Ausgrabungsstätte und anschließend zum “Skaill House”, einem Landsitz, der um 1620 von einem Bischof erbaut wurde.

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Fotografieren im zum Museum ausgebauten Haus ist verboten. Ich hab trotzdem keine Postkarte und auch keinen Bildband gekauft. “Hirngespeichert” reicht mir. Außerdem hat Uwe ja vorgesorgt und seinen Selphy mitgeschleppt, mit dem wir im Laufe der Reise immer unsere eigenen Postkarten gestaltet, gedruckt und an die Lieben nach Hause geschickt haben.

Uwe – ich verneige mich! – Dank über Dank! Solche Postkarten machen schon was her.

So, jetzt aber schnell zurück zum Bus, die Zeit ist knapp und wir wollen ja nicht, daß die Mona Lisa um 14 Uhr ohne uns ablegt. Für ein Bild am Wegrand hat’s dann doch noch gereicht.

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Kurz war der Ausflug, mit wenig Freizeit und meiner Meinung nach viel zu wenig Laufstrecke. Aber wie sagte der Herr noch: “Lachet und freuet euch, es könnte schlimmer kommen”. Und wir lachten und freuten uns, und es kam schlimmer. Darüber aber später mehr.

Geschrieben von kuni-r am 21. Juni 2008 | Abgelegt unter Kreuzfahrt im hohen Norden,Reiseberichte Kuni | Keine Kommentare

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8. Juni 2008 – 693 Seemeilen

Gestern abend war der erste Gala-Abend. Es war also Verkleiden angesagt und ich war im dunklen Anzug und mit Krawatte unterwegs. Ich habe mir Ente gegönnt, an meine erste Mona Lisa-Reise 2003 denkend, als es Barbarie Entenbrust gab, innen wunderbar rosa, mit äußerst schmackhaften Beilagen und einem wunderbaren Sößchen. Reingefallen! – Wie schon die Abende vorher, Kantinenniveau, ungewürzt und salzlos. Aber zurück zum heutigen Seetag:

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Im Laufe des heutigen Tages fehlten die vielen in die Gleländer gesteckten Tüten an vielen Stellen. Da haben sich wohl doch einige der Passagiere das gestrige Gala-Dinner nochmal durch den Kopf gehen lassen. Zur Kaffeezeit war nicht viel los, auf dem Lido-Deck.

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Ich hatte vorgesorgt und erst mal eine Reisetablette genommen. Dadurch ging’s mir hervorragend. Mittag- und Abendessen konnte ich ohne großes Anstehen einnehmen und das Absacker-Weizenbier in der Freibeuterbar stellte das kulinarische Highlight des Tages dar.

Von der Schaukelei habe ich mit meiner IXUS ein kleines Video gemacht und schnell verkleinert.


Geschrieben von kuni-r am 21. Juni 2008 | Abgelegt unter Kreuzfahrt im hohen Norden,Reiseberichte Kuni | Keine Kommentare

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9. Juni 2008 – 325 Seemeilen

Wieder relativ früh, gegen 7 Uhr erreichen wir den Hafen von Reykjavik auf Island. Heute nacht haben wir unsere Uhren um eine weitere Stunde zurück gestellt. Heute steht der zweite Ausflug dieser Reise an, ein Tagesausflug zum Geysir und zum Gullfoss Wasserfall.

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Petur, unser isländischer Begleiter hat mich mit seinem geschliffenen Deutsch in makelloser Grammatik ziemlich beeindruckt. Ein Ausflug, bei dem ich viel über Island, seine Geschichte und seine Menschen lernen konnte. Die Landschaft, wunderschön im Licht, huschte auf dem ersten Teil der Fahrt leider wieder mal an uns vorbei. Fotostop war nicht, obwohl die Isländer an dieser wunderschönen Stelle einen Aussichtspunkt mit Parkplatz angelegt hatten. Der erste Halt fürhrte uns an die Auseinanderdriftkante der europäischen und der amerikanischen Platte in der Nähe von Thingsvellir.

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Wir hatten Gelegenheit, an dieser Schlucht einige hundert Meter zu Fuß zu spazieren. Uwe und ich, sowie einer unserer Schiffsfotografen versuchten, uns ganz am Ende der langen Menschenschlange zu bewegen und sind dann auch das eine oder andere mal ein klein wenig vom Weg abgewichen, was mit schönen, menschenlosen Ausblicken, auch auf einen kleinen Wasserfall, belohnt wurde. Da wir als letzte zum Bus zurück kamen, wurden wir mit teils doch etwas düsteren Blicken begrüßt. Eine halbe Stunde mehr an verfügbarer Freizeit hätte auch hier gut getan, denn die letzten Meter mußten wir dann doch im Schweinsgalopp zurücklegen, um nicht all zu sehr zu überziehen. Und weiter ging’s zum großen Geysir…

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Hier hatte ich eine viel, viel beeindruckendere Landschaft erwartet. Irgendwie habe ich mir Island ein wenig mächtiger, schroffer und brachialer vorgestellt. Wenigstens hat der kleine Bruder des großen Geysir, von dem ja die “Geysire” bekanntlich ihren Namen haben, so rechtzeitig schnell noch geblasen, daß noch genügend Zeit blieb, ins angrenzende Hotel zu gelangen, um Essen zu fassen. Es gab lecker Suppe und Fisch, sehr schmackhaft und gut gewürzt. “Na also, geht doch” dachte ich mir und erinnerte mich an das letzte Abendmenü auf dem Schiff, bei dem am ziemlich zerfallenen schwarzen Heilbutt wieder das Salz und andere Gewürze fehlten.

Wenigstens am Ende fühlte ich mich doch wieder ganz zu Hause im “Hotel Geysir”, denn der bestellte und versprochene Kaffee kam, wie in schönger Regelmäßigkeit auf dem Dampfer, auch hier nicht. Nur einige Hardcore-Tischnachbarn haben’s ausgesessen und sind dann anscheinend doch noch bedient worden, was unserem Bus dann etwa 10 Minuten Verspätung einbrachte. (Nein! – Meine Blicke waren nicht finster! – So was lässt mich eher kalt!)

Weiter ging’s mit einer knappen Stunde Zeit am “Gullfoss”, einem der größten und wohl auch schönsten Wasserfälle Islands.

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Grausam kurz habe ich die Zeit empfunden. Hier hätte ich locker 2 bis 3 Stunden zubringen können. Langzeitbelilchtungen vom Stativ waren nicht drin, weil ich zu faul war, mein eigenes Stativ mit zu schleppen und Uwe seines natürlich selbst gebraucht hat. So mußte ich mich mit meinem Bohnensack begnügen, um wenigstens einige Lochkamera-Aufnahmen mit nach Hause zu bringen.

Beeindruckend an Island sind die schnellen Wetterwechsel. So schnell kann man gar nicht schauen, wie sich Sonne und Regen abwechseln. So kamen wir an einem wunderschönen Kratersee bei strömenden Regen an, aber wir sind ja nicht aus Zucker. Außerdem hat’s dann doch wieder aufgehört, als die anderen schon wieder wartend im Bus saßen und das Ruhebänkchen war frei.

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So, jetzt aber schnell zurück nach Reykjavik, nicht ohne noch den wohl obligatorischen “Shopping-Halt” an einem Gartencenter eingelegt zu haben. Was wäre ich froh gewesen, diese ca. 45 Minuten an den vorherigen schönen Stellen verfügbar gehabt zu haben…

Ein Halt an der “Perlan”, einem zum Museum mit Aussichtsplattform ausgebauten Hießwasserspeicher ließ uns noch einen wunderschönen Ausblick über das jetzt schon wieder sonnige Reykjavik mit seinem Dom geniessen.

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Ein bisschen Zeit zum “Runterkommen” und Sammeln, nach all den Eindrücken des zurückliegenden Tagesausflugs, dann ging’s zurück zum Dampfer – “Alle an Bord um 16:30 Uhr” hieß es, auch für die unten abgebildeten vier Mitreisenden, die wohl einen Ausflug ohne Mittagessen gebucht hatten und denen die Kost an Bord auch nicht so ganz zugesagt zu haben schien… ;-)

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Geschrieben von kuni-r am 21. Juni 2008 | Abgelegt unter Kreuzfahrt im hohen Norden,Reiseberichte Kuni | Keine Kommentare

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10, Juni 2008 – 973 Seemeilen

…liegen für die nächsten beiden Tage vor uns, als wir gegen 15 Uhr den Hafen von Akureyri, ganz im Norden Islands erreichen.

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Der Hafenlotse ist eben an Bord gekommen und sorgt dafür, daß wir auch diesmal, schon das zweite mal auf dieser Reise, an der Pier festmachen können. Die ganze Nacht und den halben Tag waren wir rund um Island unterwegs. Die Insel ist größer als man auf die Schnelle annehmen würde. Leider werden wir hier nur einen kurzen Stopp für ca. 4 Stunden machen. Die Liegezeiten sind überhaupt nach meinem Empfinden viel zu kurz bemessen. Ein Umstand, der mir während der ganzen Reise immer wieder ein wenig unangenehm aufgefallen ist.

So bleibt also nur kurze Zeit für einen Halbtagesausflug, der aufgrund der kurzen Liegezeit schnell mal auf etwa 3 Stunden zusammengekürzt ist.

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Der erste Halt nach einigen hunder Busmetern führt uns zum botanischen Garten des Städtchens mit einer durchaus beeindruckenden Pflanzenvielfalt, auf die die Isländer zur Recht stolz sind, liegt die Stadt doch nur ca. 50 km südlich des Polarkreises.

Nach einer Rundfahrt durch die Altstad (200 m mit hübschen Holzhäuschen) machen wir, man glaubt es kaum, auf der anderen Seite der Bucht einen fünfminütigen Fotostopp, der uns einen schönen Ausblick auf Akureyri mit unserer Mona Lisa bietet. Aber auch der Blick auf die andere Seite der Straße hat sich gelohnt, wie man sehen kann.

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An vielen Stellen blühen gerade die Lupinen, die überall in Island ausgesäht wurden, um die Bodenerosion ein wenig einzudämmen. Wir fahren weiter zum Godafoss, einem Wasserfall, an dem, wie wir von unserer örtlichen Reiseleiterin, der Lehrerin Anke-Maria erfahren, im Jahr 1000 der Häuptling Porgeir die Entscheidung traf, daß Island zum Christentum übertreten sollte.

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In diesen Wasserfall schmiß er seine heidnischen Götzenbilder und sorgte so dafür, daß heute in Island das Christentum verbreitet ist, obwohl es meinem Eindruck nach an Island auch heute noch viel mystisches hängt. Ein Stündchen bleibt uns für Fotos und einem kleinen Spaziergang am Fluß Skjálfandafljot zu einer nahegelegenen Tankstelle, an dem uns unser Bus wieder aufnimmt. Unser Schiffsfotograf, der sich unserem Bus angeschlossen hatte, scheint doch ein wenig zu viel getrödelt zu haben, und so, auf Einzelschicksale kann in der Kürze der Zeit keine Rücksicht genommen werden, lassen wir ihn zurück und fahren weiter zum Laufas-Museum.

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Wunderhübsche Torfhäuschen und eine kleine Kirche erwarten uns. Wieder ist Geduld gefragt, damit Bilder ohne “Bärenführung” entstehen können. Immerhin sind allein von unserem Schiff 9 Busse unterwegs. Am Eingangstor zum Friedhof warte ich bestimmt 10 Minuten, bis es mir endlich gelingt, einen menschenleeren Blick zur nahegelegenen Bucht im Bild festzuhalten. Ne, ne, ne, dieses Bild gibt’s nicht zu sehen, da müßt ihr schon selber hin fahren!

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Ich sage euch, es lohnt sich. Obwohl der Ausflug so kurz war, habe ich jede Minute genossen. Mittlerweile kennen uns unsere Reisebegleiter von Andrejs Team schon und wissen, daß wir wieder so spät wie irgend möglich zum Bus kommen werden. Da wird der örtliche Reiseleiter und der Busfahrer auch schon mal noch schnell in ein kurzes Gespräch verwickelt um uns noch 2 Minuten mehr zum Fotografieren zu geben. Egal wer uns auf unseren Ausflügen begleitete, alle taten das möglichste um uns Fotos zu ermöglichen und für die kurzen Liegezeiten und die Ausflugsplanung durch die örtlichen Agenturen können sie ja nun wirklich nix.

Jetzt aber schnell zurück zum Schiff – und schau an, der Fotograf ist auch schon da – Gangway hoch und ab geht’s.

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Nach viel zu kurzen zwei Anlegetagen verlassen wir Island und machen uns auf den langen Weg nach Spitzbergen. Auch der Himmel weint und vielleicht auch der Koch, denn der Butt ist diesmal gesalzen. Und so flüssig, wie’s von oben kommt ist auch die abendliche Nachspeise “Auswahl an Eiscreme und Sorbet”, die aus eineinhalb, lieblos in ein Glas geklatschtren und mittlerweile schon ziemlich zerlaufenen Kugeln Eis besteht. Man gönnt sich ja sonst nix. Geht ja auch gar nicht, denn der Kaffee kommt wieder nicht.


Geschrieben von kuni-r am 21. Juni 2008 | Abgelegt unter Kreuzfahrt im hohen Norden,Reiseberichte Kuni | Keine Kommentare

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11. Juni 2008 – ca. 370 Seemeilen bis Jan Mayen

Der erste von zwei Seetagen, die vor uns liegen. Wir haben gestern gegen Abend Akureyri verlassen und Kurs Nord angelegt.

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Einige Mitreisende irrten ziellos auf Deck hin und her und wartetenn, bis es endlich einen riesigen Rumpler täte, wenn wir den Polarkreis überfahren würden. ;-)

Wir passierten gestern abend die Insel Grimsey, die genau auf dem Polarkreis liegt, spürten aber beim Überfahren des selben nur eine leichte Erwärmung auf der Haut.

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Na ja, vielleicht lag’s dann doch eher an der Sonne, die uns auch am späteren Abend noch wärmend auf den Pelz brannte. Bei diesem Licht sehen sogar die Plastikstühle auf dem Außendeck ganz hübsch aus.

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Mein Gott, wie war das auf der alten Mona Lisa schön, als da noch wunderschöne hölzerne Klappstühle standen. Was soll’s, die alten Zeiten sind vorbei.

Der heutige Seetag wird von Uwe und mir zum Ausspannen und Bilder bearbeiten genutzt. Wir haben auf den wackligen Stühlen in der Bibliothek platzgenommen und unsere Notebooks auf den Lesetischchen aufgebaut. Die Klimaanlage läuft auf Hochtouren. Ich glaube, wir haben den kältesten Ort auf dem Schiff gefunden. Die Bibliothek liegt auf der rauchfreien Steuerbordseite und wir genießen die gute Luft.

Abends findet in der Caribe Lounge die Polarkreisparty statt. Andrej hat alle Gäste gebeten, in weiß zu erscheinen. Eine gute Gelegenheit für uns, daran nicht teilzunehmen, da wir nix Weißes zum anziehen haben und nicht unbedingt in Unterhosen erscheinen wollen. Zudem ist die Passage der Insel “Jan Mayen” angekkündigt, die uns deutlich mehr interessiert, weil das Wetter recht vielversprechend aussieht.

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Wir haben ein Riesenglück, da das Wetter klar und sonnig ist. Jan Mayen zeigt sich uns von der besten Seite – eigentlich sehr ungewöhnlich, lassen wir uns sagen, da sie sonst bei den Passagen meist im Nebel eingehüllt lag. Fast vorbei habe ich im Gegenlicht am späten Abend noch eine Postkarte für die Daheimgebliebenen fotografiert, die ich vor habe, am nördlichsten Postamt der Welt, in Ny Ålesund aufzugeben.

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Schon am Nachmittag war Eisskulpturen-Schnitzen für das Mitternachtsbuffet, das diesen Seetag ausklingen lassen sollte. Der philippinische Küchenhelfer hat dann während seiner Arbeit einen schönen Polarkreis um den Delphin gezeichnet, den er aus einem Eisklotz geschnitzt hat.

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Aber da das Mitternachtsbuffet in den morgigen zweiten Seetag reingeht und ich sonst eh nicht viel zu berichten haben werde, spare ich mir das Buffet für morgen auf.

Geschrieben von kuni-r am 21. Juni 2008 | Abgelegt unter Kreuzfahrt im hohen Norden,Reiseberichte Kuni | Keine Kommentare

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12. Juni 2008

Immer stramm nach Norden, so lange bis die Küste von Spitzbergen in Sicht kommt. Ein ganzer Tag und eine Nacht liegen vor uns.

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Der Tag beginnt praktisch mit dem Mitternachtsbuffet, das uns als “Buffet Magnifique” …der ganz besondere Ausklang in Ihrem Coral Restaurant… angekündigt wurde. Nach Jan Mayen und einem Absacker-Bierchen in der Freibeuterbar bin ich mal gucken gegangen.

Vor der eigentlichen Eröffnung, zu der sich die hungrigen Gäste schon ein halbes Stündchen die Füße platt getreten hatten, durften die Fotografen rein. Nix essen, nur fotografieren!

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Als ich den lieblos hingeklatschten laxen Lachs gesehen habe, habe ich mich mit Wehmut an die letzte Mona Lisa-Reise rund um Westeuropa erinnert. Da wurde sich mit der Dekoration und mit den Speisen noch richtig Mühe gegeben. Leider ist heute davon aber überhaut nichts von Mühe zu sehen. Um den Unterschied zu zeigen, habe ich mal einige Bilder vom Buffet 2003 “reingeschmuggelt”.

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Da könnte man schon Depressionen kriegen, wenn man etwas genauer auf das heutige Buffet guckt. Ich habe keine Lust auf den zerfledderten Lachs, ziehe mich zurück. Uwe ist schon gar nicht mitgegangen. Der heutige Tag steht wieder ganz im Zeichen von Bildbearbeitung, Ausspannen und Bierchen trinken. Aber vorher wird geschlafen.

Wir haben mittlerweile sowohl für das Frühstück, als auch für das Mittagessen komplett auf’s Coral-Restaurant umgeschwenkt, weil wir es leid sind, oben auf dem Lido-Deck kalten Kaffee, Eis-Rührei und kalte Mittagsgerichte zu essen. Das liegt diesmal nicht an der Küche, da die Temperaturen jetzt deutlich fallen und man auf dem Lido-Deck mehr oder weniger im Freien sitzt. Geschätzte 5 bis 8 Grad werden durch den Fahrtwind schnell zu gefühlten Minustemperaturen. Ich packe schon mal das Stirnband und die Handschuhe aus, wenn ich an Deck gehe.

Morgens sind auch im Coral-Restaurand ständig keine O-Saft-Gläser da, Wir bestellen bei unserer Bedienung Rühreier mit Speck und kriegen welche mit Pressschinken, der so übel aussieht, daß wir ihn nicht mal zu probieren wagen. Das Früchteangebot beschränkt sich auf Melone, Melone und Melone. Bananen sind aus, genau so wie oben am Lido-Deck und ständig fehlen Brötchen. Interessant ist dabei besonders, das Schlangenverhalten zu beobachten. Man glaubt nicht, wie schnell diese von einer auf die andere Seite des Thresens wechselt, wenn mal wieder nur auf einer Seite Brötchen nachgefüllt werden. Ich stehe plötzlich ganz allein da und begnüge mich mit einem der letzten Croissants.

Abends gab’s norwegischen Lachssalat als Vorspeise – da ist wohl vom Mitternachtsbuffet was übrig geblieben? Aber das Abendessen hat heute wirklich gut geschmeckt. lachssalat und Linsensuppe waren hervorragend und auch das St.-Petersfischfilet, das ich als Hauptgang hatte, war gesalzen, gewürzt und hat gemundet. Auch Uwe, der die Rinderfiletspitzen “a la Stroganoff” hatte, war voll des Lobes. Wir haben uns dann noch auf das Freibeuterbarabsackerbier gefreut, das uns Zdenka schon wieder eingeschenkt hatte, bevor wir richtig saßen. Danke für den Top-Service, wenn’s nur immer so gewesen wäre!

Geschrieben von kuni-r am 21. Juni 2008 | Abgelegt unter Kreuzfahrt im hohen Norden,Reiseberichte Kuni | Keine Kommentare

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13. Juni 2008 – cruisen an der Küste Spitzbergens

Boah, kalt, ey! Die Temperaturen sind gefallen. 2° plus, allerdings pfeift der Wind am Außendeck ganz mächtig. Spitzbergen ist in Sicht und wir schauen uns die Lichtspiele auf dem Wasser an, die durch die Löcher in der Wolkendecke auf die Wasseroberfläche gezaubert werden.

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Es ist morgens gegen 9 Uhr und wir laufen auf Ny Ålesund zu. Das Wetter wechselt irrsinnig schnell. Mal sieht’s aus als würde es gleich regnen, mal kommt der blaue Himmel durch.

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Ich habe den Eindruck, ich muß fortlaufend fotografieren, weil sich die Landschaft jede Minute wieder anders zeigt.

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Kurz vor der Ankunft in Ny Ålesund haben wir dann plötzlich blauen Himmel und klare Sicht. Wir haben ein wenig Verspätung, wollten eigentlich gegen 8 Uhr da sein, ankern jetzt aber erst gegen 10. Das Örtchen hat einen ganz kleinen Hafen, wir werden also getendert. Am meisten leid tut mir der Schiffsfotograf, der sich, in einem ziemlich dünnen Eisbärenkostüm fast 4 Stunden lang in der Eiseskälte, mit den ankommenden Gästen fotografieren lassen muß.

Nun sind wir also an Land und suchen das nördlichste Postamt der Welt. Der Wind pfeift heftig und ich bin froh, daß ich Stirnband und Handschuhe am Mann habe.

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Wir sind dringend angehalten, uns nur auf den Straßen aufzuhalten und diese keinesfalls zu verlassen. Die Helfer vom Ausflugsteam stehen Schmiere und pfeifen jeden zurück, der es wagt, vom rechten Weg abzukommen. Gottseidank kennen uns inzwischen die meisten Aufpasser und Winnie drückt, wie schon öfter mal, ein Auge zu, um uns dann doch noch einige Motive zu ermöglichen, die wir von der Straße aus nicht hätten einfangen können. Ich freue mich also über die vorhandene Flora und lichte sie ab. Danke Winnie!

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Nur mit der Fauna war’s nix – auf den Eisbären, den ich gehofft hatte, zu sehen, mußte ich verzichten. Mit einem kleinen Trick habe ich dann die Daheimgebliebenen doch mit einer Postkarte verblüffen können. Man muß sich nur zu helfen wissen:

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Den Bären habe ich mittels Zeitmaschine, wir werden erst morgen da sein, aus Longyearbyen einfliegen lassen.

Ny Ålesund besteht aus einigen Häusern, die vor allem Wissenschaftler beherbergen, einem Hotel, hier ist der Name Programm: “Nordpol-Hotellet” und einem sehr geschichtsträchtigen Haus, nämlich dem des Herrn Roald Amundsen. Hinter diesem Haus steht auch noch der Zeppelin-Mast, von dem aus Umberto Nobile zu seiner Luftschiff-Expedition über den Nordpol startete und Roald Amundsen versucht hatte, den Verschollenen zu retten.

Aufgefallen sind mir auch die überraschend vielen Fahrräder, mit denen die Einwohner unterwegs sind, und ein Gewächshaus, das wohl dafür sorgt, daß auch an diesem abgeschiedenen Ort bestimmt hin und wieder selbst gezogenes, frisches Gemüse auf den Tisch kommt.

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Vielleicht hätte unser Koch mal hier nachfragen sollen, denn die abendliche Blumenkohlchremesuppe schien nicht mal “durchgeschossenen” Blumenkohl zu enthalten.

Aber der Reihe nach. Die Postkarten sind aufgegeben, wir sind zurück auf dem Schiff und machen uns in Richtung Magdalenenfjord auf, den wir mit etwas Glück heute gegen abend befahren werden. Wir dampfen also in Richtung Norden, immer an der Küste von Spitzbergen entlang.

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Als wir am Eingang des Fjords ankommen, zieht sich innerhalb weniger Minuten das Wetter zu. Was noch sehr positiv aussah, sorgte dafür, daß bei fast null Sicht, sich unser griechischer Kapitän nicht in den Fjord reingetraut hat. Zwischen dem Pano oben und dem nächsten Bild lagen wenige Minuten…

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Wahrscheinlich hätten wir im Fjord auch nicht sehr viel gesehen. Ich war ja schon mal drin und weiß, daß sich die Geschichte wirklich nur bei einigermaßen guter Sicht lohnt. Die hatten wir aber ganz schnell nicht mehr.

So hat sich der Kapitän entschlossen, mit einem Tenderboot noch Eis von einem vorbeischwimmenden Eisberg(lein) für den abendlichen Barbetrieb ran schaffen zu lassen. Als der Eisberg und das Boot wieder an Bord waren ging’s dann schnurstracks in Richtung Süden nach Longyearbyen. Mittels Lautsprecherdurchsage wurden wir informiert, daß wir in den nächsten Stunden vielleicht noch einen Gletscher sehen würden, den der Kapitän als Entschädigung für den entgangenen Magdalenenfjord anlaufen würde. “Vielleicht” haben wir gesehen, den Gletscher leider nicht. Vermutlich war einfach der Sprit für den kleinen Umweg zu teuer. Wenigstens hat sich das Wetter gnädig gezeigt und es gab noch ein wenig “spitz Bergen” mit Sonne drauf zu sehen und natürlich zu fotografieren.

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Das pampige Parmesan-Risotto, das es zur Rotbarbe gab, habe ich nach dem Abendmenü mit meinem obligatorischen Absacker-Paulaner-Dosen-Weizenbier runtergespült. Ich freue mich schon auf meine Nudeln mit Parmigiano-Reggiano, die es bestimmt gleich geben wird, wenn ich wieder zu Hause bin. Im Risotto war alles, nur kein Parmesan und auch kein bißchen Salz.

Geschrieben von kuni-r am 21. Juni 2008 | Abgelegt unter Kreuzfahrt im hohen Norden,Reiseberichte Kuni | Keine Kommentare

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14. Juni 2008 – 524 Seemeilen bis Honningsvåg

…aber so weit ist es noch nicht. Gegen 8 uhr kommen wir in Longyearbyen, der Hauptstadt von Spitzbergen an. Zwei Tage habe ich mir die Augen rausgeguckt, um einen Eisbären zu sehen, nix war’s! Aber heute…

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Doch erst mal der Reihe nach. Schon nach der Abfahrt in Bremerhaven wurden wir darauf hingewiesen, daß in Longyearbyen ein zusätzlicher “Ausflug” ins Programm genommen wäre, um vom weit entfernten Hafen in die Stadt zu gelangen. Es konnte also für 15 Euro eine Fahrt mit dem Bus gebucht werden. Bei vielen Gästen hat’s geklappt, bei mir und Uwe nicht, denn ich war schon mal da. Auch damals, mit einem anderen Schiff und Veranstalter, die gleiche Ankündigung der angeblich “nötigen” Busfahrt. Da ich aber wußte, daß der Weg in die Stadt vielleicht einen oder maximal zwei Kilometer beträgt, sind wir natürlich gelaufen, was uns in die Lage brachte, auch der örtlichen Kirche einen Besuch abzustatten, an der der Bus mit den abgezockten Gästen nur vorbei donnerte.

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Auf das Schuhe ausziehen, um das mittels großem Schild und zwei großen Regalen mit Haus-Schlappern gebeten wurde, haben unsere Mona Lisa-Proleten im Großen und Ganzen verzichtet und haben die Räumlichkeiten mit ihren Straßenschuhen verdreckt. Wahrscheinlich die gleichen, bei denen zu Hause man nur in Socken in die Wohnung darf. “Hauptsache mir geht’s gut, also Ellenbogen raus, Augen zu, und durch” war unser Eindruck.

Durch ein sehr schönes Gemeindezentrum, in dem Postkarten, Kalender des örtlichen Fotoclubs und Bücher verkauft wurden, gelangt man in den eigentlichen Kirchenraum mit einem schönen, modernen Altarbild. Die Cafeteria im Gemeindezentrum war leider nicht besetzt, aber wir hatten endlich unseren ersten Eisbären gesehen, der ausgestopft am Fenster stand. (Ihn habe ich dann später auf dem Schiff zur gestern gezeigten Postkarte verarbeitet, um die Daheimgebliebenen ein wenig zu verblüffen.)

Wir sind, nach einer kurzen Besinnungsphase, weiter spaziert, nicht ohne uns ein bis zwei der wunderschönen Kalender, sowie eine Postkarte gekauft zu haben. Ganz der nordischen Mentalität und dem Vertrauen entsprechend, die ich bei vielen Skandinavien-Urlauben vorher schon so oft angenehm kennen gelernt hatte, konnte man den Preis für die Mitbringsel einer Preisliste entnehmen und das Geld einfach in ein offenes Körbchen legen.

Ich hoffe nur, daß es nicht in einem Geldbeutel eines der Schiffsproleten entschwunden ist. So wie die sich aufgeführt haben, wäre das vermutlich kein Wunder.

Die Stadt wurde als Bergbaustadt von einem Amerikaner Namens John Munroe Longyear gegründet. Ihm zu Ehren heißt die Stadt nun so.

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Auch das Denkmal in der 100 Meter langen Fußgängerzone erinnert an diese Bergbauzeiten. Heute wird auf Spitzbergen hauptsächlich noch von den Russen in Barentsburg Bergbau betrieben.

t10-3aViel hat sich seit meinem letzten Besuch nicht verändert. Nur das Internet-Café gibt’s nicht mehr – das Haus wird gerade umgebaut. Der Papp-Eisbär hinter dem Fenster eines Einkaufsladens ist auch nicht mehr da.

Überall stehen die Schneescooter rum, die bis auf die wenigen Hochsommermonate das Hauptverkehrsmittel auf der Insel darstellen.

Waffen dürfen beim Briefmarken kaufen in der örtlichen Post immer noch nicht mitgenommen werden.

Nur die Häuser sind seit 2003 deutlich bunter geworden. Überhaupt wurde viel gebaut und die Einwohnerzahl hat anscheinend auch deutlich zugenommen. Heute leben fast 2000 Einwohner in der Stadt.

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Heute lebt die Stadt hauptsächlich von Forschung und vom Tourismus. Wir haben das an zwei Dingen besonders gut sehen können:

t10-4a-k1) Neben einer Galerie steht eine Halterung mit vielen Bambus-Stöcken, deren Einsatzzweck man sich auf den ersten Blick nicht erklären kann. Erst wenn der geneigte Tourist das Schild liest, klärt sich die Situation. Ein Klick auf das kleine Bildchen rechts lässt auch den Leser dieses Blogbeitrags teilhaben.

Die Art der Erklärung und ihre Bebilderung finde ich einfach nur süß.

2) fand, just als wir in der Stadt unterwegs waren, der nördlichste Marathon der Welt, der Spitzbergen-Marathon statt. Wir haben uns noch gewundert, als ein Radler mit geschulterter Flinte und hinter ihm ein Läufer in strammem Tempo an uns vorbeizogen. Das kann doch nicht sein, dachten wir uns, daß hier die Sportler mit Waffengewalt zu Höchstleistungen gezwungen werden…

Es war der Spitzenreiter des Marathons, wie wir dann von Streckenposten und Sanitätern am Straßenrand erfahren haben. Da die Strecke über freies Gelände führt, muß natürlich für den Schutz der Läufer vor den Eisbären gesorgt werden. Einen, der mich an meine eigene Heimat erinnert hat, habe ich dann noch für’s Reisetagebuch fotografiert.

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Trotz seiner Verkleidung war er relativ weit vorne mit dabei. Ich wünsche ihm, daß er’s zumindest noch auf’s Treppchen geschafft hat. (Der Maßkrug war übrigens aufblasbar und aus Plastik).

Schließlich wurde die Zeit knapp und wir sind wieder zurück zum Dampfer spaziert, der während der ca. 4 Stunden Liegezeit wenigstens äußerlich wieder “auf Hochglanz” gewienert wurde. Der Entertainer unter den Matrosen zeigt uns, wie man mit Gartenschlauch und einer geschickt gebundenen Schlaufe Fenster putzen kann.

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Als gegen 11:30 Uhr alle an Bord sind, legen wir ab und es geht los in Richtung Norwegen, nach Honningsvåg und zum Nordkap. Wir genießen an Deck die Sonne und die wunderbare Landschaft Spitzbergens, froh, daß der heutige Tag neben Freizeit an Land und Spaziergang auch ausgiebig Gelegenheit zum Fotografieren enthielt.

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Geschrieben von kuni-r am 21. Juni 2008 | Abgelegt unter Kreuzfahrt im hohen Norden,Reiseberichte Kuni | Keine Kommentare

Zw… auf Kreuzfahrt – 11

15. Juni 2008

Die Sparwut der Reeders sorgt bei Uwe und mir für einen kurzweiligen, fröhlichen Ankunftsabend in Honngingsvåg. Zur Erklärung später noch ein wenig mehr.

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Gestern war abends noch Küchenbesichtigung angesagt. Ich wollte die Gelegenheit beim Schopfe packen, und dem Küchenchef die Meinung geigen. Diese Idee scheinen doch noch einige mehr gehabt zu haben, denn die Schlange, die sich vor dem Kücheneingang bildete, schien endlos zu sein.

Leider (oder Gott sei Dank?) habe ich von der Küche selbst nicht all zu viel sehen können. Die Spülküche lag komplett im Dunkeln und die armen Philippinos waren an ihrem Arbeitsplatz eher schemenhaft zu erkennen. Ich vermute mal, dort hat’s am schlimmsten ausgesehen und man wollte dem Publikum den Anblick ersparen. An der Ecke der Anrichte empfing mich Georgana, der “Tiger”, unsere Tischbedienung und sorgte dafür, daß ich mit Teller und Besteck ausgestattet, die Häppchen nehmen konnte, die den Schaulustigen angeboten wurden. Ein harter Job, wenn man bedenkt, daß Georgana heute morgen beim Frühstück, mittags im Restaurant und abends in zwei Tischzeiten für die Gästebedienung und für’s jeweilige neu Eindecken der Tische gesorgt hatte. Morgen früh würde ich sie bem Frühstück ab 6:30 wieder im Dienst sehen.

Husch husch, wurden wir mit diversen köstlichen Kleinigkeiten versorgt und durch den Gang geschleust. Der Küchenchef war nicht zu sehen und der Chef-Einkäufer von Mitreisenden belagert. Keine Chance für mich, mal meinen Frust über die unterdurchschnittliche Küche los zu werden. Die Häppchen und die Nachspeise, gebratene Ananas mit Vanille-Eis waren jedenfalls hervorragend.

Den heutigen Seetag haben Uwe und ich wieder für die Bildbearbeitung genutzt, für die wir uns, wie immer in die Bibliothek zurückgezogen hatten.

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In der angrenzenden Pianobar sorgte die Pianistin für musikalische Untermalung unserer Arbeit, wie immer waren Scott Joplins Ragtime-Stücke mit galoppierender Geschwindigkeit dargeboten und die Klimaanlage lief wieder auf Hochtouren. Wir kamen gut voran, sowohl mit der Bildbearbeitung, als auch auf der Route nach Norwegen.

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Gegen 18 Uhr war dann die norwegische Küste in Sicht und wir schipperten auf der Seeseite am Nordkap vorbei, das auf dem obigen Bild noch im Hintergrund zu sehen ist. Das Wetter war durchwachsen, allerdings schien es zunehmend aufzuklaren.

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Gute Aussichten also, für den Nordkap-Besuch. Gegen 22 Uhr sollten wir an der Pier festmachen. Pustekuchen! In der Bucht von Honningsvåg rasselten die Ankerketten.

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Oben abgebildeter Kollege sollte angeblich zusammen mit den (nicht vorhandenen – ich hatte den befeuchteten Mittelfinger hoch gestreckt) schlechten Windverhältnissen verantwortlich dafür sein, daß wir nicht an der Pier festmachen konnten. Es würden 10 Meter Platz fehlen, hatte man uns gesagt. Einige Mitreisende vertraten eher die Meinung, daß hier die angeblich sehr teuren Liegegebühren gespart werden sollten.

Obwohl ein Raunen von Unmutsäußerungen durch’s Schiff zog, haben Uwe und ich es gelassen genommen. An Deck verfolgten wir das Klarmachen der Tenderboote und haben wohl wissend, daß “Nummer 5 lebt”, den Titel für diesen Tag sehen und fotografieren können. Es ist schon lustig, wenn man verfolgen kann, wie sich manch einer echauffiert, obwohl das Tendern reibungslos über die Bühne geht. Nur Nummer 4 hat uns ein wenig Sorgen gemacht, tat aber anschließend klaglos seinen (stinkenden) Dienst.

Da wir relativ früh ankamen, waren wir uns sicher, daß wir auf jeden Fall noch vor Mitternacht bis zum Nordkap vordringen würden, obwohl der einzige Verzögerungsfaktor, der obligatorische Touristensame auf dem Weg zum Kap noch vor uns lag. Uwe und ich sind während der 20 Minuten Aufenthalt im Bus geblieben und haben die anderen ran gelassen, sich mit Same und Rentier fotografieren zu lassen und wunderbare Souvenirs zu kaufen.

Rechtzeitig, ein ganzes Stück vor Mitternacht erreichten wir dann das Nordkap.

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Auf meiner Reise 2001 hatte ich das Glück, strahlend blauen Himmel mit Mitternachtssonne genießen zu dürfen, heute war die Lichtstimmung anders. Nur die Strahlen der Mitternachtssonne waren zu sehen, was für eine sehr schöne Lichtstimmung sorgte. Die Szenerie stellte sich in Wirklichkeit deutlich heller dar, allerdings wäre dann auf dem Bild die Lichtstimmung flöten gegangen.

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Schnell noch einen Blick auf die eigentlich nördlichste Stelle Europas riskiert, es handelt sich um die weitaus weniger spektakuläre Landzunge am oberen Bildrand, und schon war’s Mitternacht. Ein Mitreisender hat diesen Zeitpunkt, zusammen mit seinen Lieben auf dem Weltkugelpodest, mit seiner Handykamera für die Ewigkeit festgehalten.

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Nicht ohne sich vor der eigentlichen Aufnahme aufklären lassen zu müssern, daß er das Handy lieber umdrehen sollte, damit er nicht seine eigenen Ohren fotografieren würde.

Geschrieben von kuni-r am 21. Juni 2008 | Abgelegt unter Kreuzfahrt im hohen Norden,Reiseberichte Kuni | Keine Kommentare

Zw… auf Kreuzfahrt – 12

16. Juni 2008 – 866 Seemeilen

“Nach Mitternacht, noch immer Tag – in stiller Ruh liegt Honningsvåg”. In ein, zwei Stunden wird der Ausflug mit einem kulinarischen Höhepunkt enden, einer Erbsensuppe, die ehrlich alles bisher dagewesene schlägt.

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Aber noch ist es nicht so weit. Ich verbringe den Tagesanfang auf dem Nordkap, warte geduldig, bis endlich mal keiner auf dem Weltkugeldenkmal steht.

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Geschafft! – Die paar Fuzzies im Hintergrund kann man weg klonen. Wir haben noch ein wenig Freizeit und schauen uns im Gebäude noch ein wenig genauer um. Das letzte Mal hatte ich keine Gelegenheit zum sogenannten “Kings-Sight”, und damit zur Felsenkapelle zu kommen. Das kann ich heute nachholen.

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Nich gar so viele Besucher haben sich hier her verirrt. Viele sitzen wahrscheinlich im Kino und schauen sich den äußerst sehenswerten 3D-Film an. Auch die Cafeteria am Kings-Sight ist nicht besonders gut besucht.

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Trotzdem haben sich die Betreiber mit der Dekoration viel Mühe gemacht und hunderte von Teelichtern angezündet und in die Felswände gestellt. Ein sehr schöner Anblick! Nach einigen Minuten Ruhe, einem Blick und ein paar Fotos vom Kings-Sight aus mache ich mich auf den Weg zurück. Nicht, ohne im Freigelende das etwas abseits gelegene Denkmal “Kinder der Welt” besucht zu haben, das 7 Kinder aus verschiedenen Kontinenten gestaltet haben. 1989 enthüllt soll es Frieden, Zusammenarbeit und Freundschaft auf der ganzen Welt symbolisieren.

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Nach einer kurzen Verschnaufpause geht des dann mit dem Bus zurück nach Honningsvåg und auf’s Schiff. Unterwegs hat der norwegische Busfahrer noch Mitleid mit uns und hält bei einer Rentierherde kurz an. Durch die Busscheibe kann ich die karge Landschaft noch schnell im Bild festhalten, ehe es weiter geht.

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Im Hafen werden wir von unserem “Entertainer” wieder besonders fröhlich empfangen, auf’s Tenderboot geleitet und zum Dampfer gefahren. Er sorgt durch seine unnachahmliche Art bei vielen Gästen, so auch bei uns, für Lacher und fröhliche Gesichter. Überhaupt muß ich die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft aller Matrosen hier nochmal extra herausstellen.

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Zurück auf dem Schiff wird dann auf dem Lido-Deck die Erbsensuppe vom Eingangsbild serviert. Nicht ohne größere Schlangenbildung und natürlich auch mit den obligatorischen Proletendränglern, die vermutlich extra wach geblieben sind, um ihre Ellenbogen auszufahren.

Uwe und ich lassen uns aber den eben erst frisch angefangenen Tag nicht vermiesen, genießen unser Süppchen und das frisch gebackene Brot und können nicht anders, als nochmal Nachschlag zu holen.

“Der frühe Vogel fängt den Wurm” hat sich Andrej anscheinend gedacht und für seine Mitarbeiter gleich noch ein “Meeting” anberaumt.

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Trotz wirklich langem und anstrengendem Tag waren alle noch wirklich guter Dinge und haben anscheinend das hin und wieder heute, wegen der Tenderei, doch lautstarke Gemecker perfekt weg gesteckt. Ich freue mich, daß ich mal alle so fröhlich zusammen habe.

Nach kurzem Palaver begeben Uwe und ich uns dann für das (allabendliche) Absackerbier in die Freibeuterbar, die trotz der frühen Stunde (es ist mittlerweile nach Zwei) auf Eigeninitiative von Zdenka und in ihrer Freizeit, noch offen gehalten wurde.

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Wie immer ist das Bier schon fast eingeschenkt, noch ehe wir richtig sitzen. Die Frau ist einfach die Wucht in Tüten!

Als Zdenka dann nach halb Drei die Bar schließt, nicht ohne sich nochmal mächtiges Gemecker einiger Gäste anhören zu müssen, über das wir nur den Kopf schütteln können, gehen wir an Deck, um die Abfahrt aus Honningsvåg mit zu bekommen. Ich hoffe inständig, daß der Kapitän rechts abbiegen möge, um uns die phänomenale Aussicht der norwegischen Küstenregion um Hammerfest und später die Lofoten genießen zu lassen. (Auf meiner ersten Reise in diesen Gewässern waren wir aus dem Süden ganz küstennah zu den Lofoten und von dort zum Nordkap geschippert, hatten die ganze Küstenregion entlang einen Lotsen an Bord und sind um Inselchen herum, an schroffen Bergen vorbei und unter Brücken durchgefahren. Ich hatte damals einmalige Bilder schießen können.

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Aber “nix gipps!” Wie man sehen kann liegt Honningsvåg auf der Backbordseite, es geht also außen rum. Die durch das Tendern gesparten Liegegebühren werden nicht für den Küstenlotsen zum Wohl der Passagiere eingesetzt, sondern vermutlich gleichmäßig unter den Armen (des Reeders) verteilt.

Zwei Seetage liegen vor uns. Jetzt erst mal ausschlafen.

Geschrieben von kuni-r am 21. Juni 2008 | Abgelegt unter Kreuzfahrt im hohen Norden,Reiseberichte Kuni | Keine Kommentare

Zw… auf Kreuzfahrt – 13

17. Juni 2008

Heute ist Seetag. Gestern sind wir an den Lofoten vorbeigedüst und ich war echt stinkesauer. Da ich während einer früheren Reise die Gelegenheit hatte, ganz ufernah an der norwegischen Küste entlang zu fahren, weiß ich was uns der Kapitän mit seiner “außenrum-ohne-Lotse-dafür-aber-billig-und-schnell”-Route unterschlagen hat.

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Mit dem 400er konnte ich wenigstens ein ganz klein wenig “Lofoten im Dunst” einfangen. Heute ist Zeit, sich noch um einige andere negative Aspekte dieser Reise zu kümmern. Wenn wir schon mal dabei sind, zu meckern, dann gleich umfassend.

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Ich bin ein wenig auf dem Mona Lisa unterwegs und halte den Zustand des Schiffes im Bild fest. Daß ein Dampfer auf dem Meer ständig vor sich hin rostet und ständig nachgestrichen werden muß, ist mir wohl bewußt. Nur mit dem Nachstreichen nehmen’s die auf der Mona Lisa nicht so rasend genau.

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Da gucke ich dann mal lieber aufs Meer. Zu sehen gibt es ja sonst nichts, außer dem desolaten Zustand des Schiffs.

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Innen ist mir das nachfolgend abgebildete Pissbecken in einer der öffentlichen Toiletten aufgefallen.

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Ich bin mir ziemlich sicher, daß dieser Zettel noch aus der Scholar-Ship-Zeit stammt. Kein Mensch hat sich also in den letzten Monaten dieses Pissbeckens angenommen. Und wenn man dann noch die rostigen, mit Silberbronze überstrichenen Zuleitungsrohre sieht, muß man sich überlegen, wie lange die Toilette überhaupt noch ihren Zweck erfüllt.

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Wenigstens ist heute Gala-Abend und ich habe die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben, auch mal ein Menü kredenzt zu bekommen, das sich vom Kantineneinerlei abheben möge. Wenigstens die Vorspeise sah auf den ersten Blick vielversprechend aus.

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Owohl ich heute an unserem Tisch der Mops war, denn ich habe ein Stück vom Rand erhalten, das nicht rasend viel Lachs enthielt. na ja. Zum Glück war der dreckige, verschmierte Teller erst später auf dem Bild zu sehen. Sonst wäre mir vermutlich der Appetit gleich vergangen.

Der Rest des Menüs war leider wieder Kantinenstandard, also kein Grund noch einen weiteren Gang abzubilden.

Auf der Vorbeifahrt gab’s dann in einiger Entfernung noch einige Bohrinseln zu sehen, mit denen die Norweger zum derzeitigen Reichtum und Lebensstandard gekommen sind. Für mich bleibt an diesem Abend noch ein letzter Rundgang, der in der Freibeuterbar endet. Wir haben sogenannten “achterlichen Seegang”, was bedeutet, daß die Wellen von schräg hinten kommen. Das sorgt dafür, daß sich die Mona Lise trotz ihres relativ großen Tiefgangs ziemlich stark aufschaukelt. In der Freibeuterbar rutschen die Gläser von der Theke und Uwe wäre beinahe von einem fallenden Blumentopf mit Trockenblumen erschlagen worden. ;-)

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Mit Uwe habe ich ausgemacht, daß wir heute etwas früher schlafen gehen, damit wir morgen in aller Frühe während der Einfahrt in den Sognefjord fotografieren können. Um halb fünf klingelt der Wecker…

Geschrieben von kuni-r am 21. Juni 2008 | Abgelegt unter Kreuzfahrt im hohen Norden,Reiseberichte Kuni | Keine Kommentare

Zw… auf Kreuzfahrt – 14

18. Juni 2008 – 171 Seemeilen

…von Vik nach Flåm und dann nach Bergen. Aber erst einmal müssen wir in Vik ankommen. Wir sind früh aufgestanden und waren schon um 4:45 Uhr an Deck.

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…fängt den Wurm, heißt es. Ich hatte mich schon sehr auf die Einfahrt in den Sognefjord gefreut, ist er doch der größte und mit seinen anschließenden kleineren Armen der längste Fjord Norwegens.

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Immer wieder mal wird es ein wenig heller, manchmal drückt auch ganz kurz die Sonne ein klein wenig durch. Sehr schön an diesem Morgen sind auch die verschiedenen Wolkenstimmungen mit teilweise sehr tief hängenden Wolken. Ein beeindruckender Morgen.

südnorwegen-kUwe und ich sind noch ganz alleine an Deck. Wir fotografieren und staunen. Leider ist das Wetter an diesem Morgen nicht besonders gut. Der Himmel ist bedeckt und es ist diesig und regnerisch. Trotzdem genießen wir die etwa 200 km, die wir ins Landesinnere fahren und stellen uns vor, wie tief es unter unserem Dampfer mit bis zu 1300 Metern runter geht. Die letzten drei Tage mit Vik und Flåm, mit Bergen und Stavanger sollen die letzte Höhepunkte der Reise werden.

Wir haben eine Ganztagesreise von Vik, mit dem Bus über die Berge nach Voss und von dort aus mit dem Zug nach Myrdal gebucht. Von Myrdal aus geht es dann mit der berühmten Flåmsbana zurück nach Flåm, wo uns die Mona Lisa wieder aufnehmen wird.

Erster Halt nach der reibungslos verlaufenden Ausschiffung in Vik ist die dortige “Hopperstad Stabkirche”, die um 1140 erbaut wurde. Eine der wenigen vollständig erhaltenen Stabkirchen Norwegens.

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Leider wird gerade fleißig renoviert und ich habe mir deshalb ein Komplettbild erspart. Gerüste sind nicht gerade fotogen. Innen war’s auch schwierig, denn es kamen innerhalb kürzester Zeit vier Busse mit Mona Lisa-Ausflüglern an. Alle wollten rein und so war für mich, bei meiner Figur, leider innen auch ken Platz mehr.

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Ich habe stattdessen den Blick hinunter zum Fjord genossen, in dem sich unser Dampfer schon wieder aufmachte, um nach Flåm weiterzufahren, und dort die Halbtagesausflügler an Land zu bringen. Wir würden dort dann heute abend auch wieder zusteigen.

zuerst geht es aber mit dem Bus über das Gebirge weiter nach Voss, wo wir zum Mittagessen “verabredet” sind. Tiefliegende Wolken versperren uns anfangs leider den Blick hinunter ins Tal. Nach einem kurzen Fotostop fahren wir weiter, vorbei an schneebedeckten Bergwänden.

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Schmelzwasserseen bieten ein beeindruckendes Bild mit intensivsten türkisen Farbtönen.

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Vorbei an Wasserfällen und einem reißenden Fluss geht’s runter in ein Tal. Wir erreichen Voss. In einem Hotel ist ein opulentes Mittagsbuffet für uns angerichtet. Ich suche mir einen Platz, sehe wieder den Beginn des Ansturms und die lange Schlange und entschließe mich, wie Uwe das schon vorher entschieden hat, ebenfalls auf’s Mittagessen zu verzichten und mir die gut zwei Stunden Freizeit mit der Besichtigung von Kirche, Ort und Bahnhof zu vertreiben.

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Ein wirklich nettes Örtchen mit einer schönen Steinkirche, vielen Holzhäusern und einem hübschen Bahnhof, gleich neben dem das oben abgebildete “Fleischers Hotel” befindet, ganz aus Holz gebaut sieht es richtig verwunschen aus. Kurz nach 14 Uhr geht es dann mit dem Zug durch eine wunderschöne Landschaft weiter nach Myrdal, wo wir nach kurzer Wartezeit die berühmte Flåmsbana besteigen.

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In den nächsten ca. 45 Minuten werden wir mehr als 900 Meter Höhendifferenz überweinden. Die teilweise in den Fels gesprengte Bahnstrecke windet sich in vielen Serpentinen ins Tal.

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Die Bahn ist heute praktischn nur noch Touristenattraktion. Und so kommt es, daß auf der Strecke an einem Wasserfall sogar angehalten und ein Fotostop eingelegt wird.

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Nach einer Fahrt mit wunderschöner Aussicht (leider “fliegen” viele Motive so schnell vorbei, daß keine Zeit zum Fotografieren bleibt und ich die Serienbildfunktion meiner 5D nutzen muß, um doch noch das eine oder andere Motiv zu erhaschen) erreichen wir das Örtchen Flåm am Ende des Auranger-Fjordes, wo uns die Mona Lisa wieder erwartet.

Uwe und ich lassen es uns nicht nehmen, uns noch im Flåmsbana-Museum umzuschauen und uns kurz in den Touristenshops über diverse Norweger-Utensilien zu informieren.

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Es bleibt noch ein wenig Freizeit, wie Uwe und ich dafür nutzen, um ein wenig ab vom Touristentrubel ein bißchen zu entspannen und einen schönen Blick auf das Schiff zu erhaschen. Das Wetter ist besser geworden und die Sonne kommt ein wenig raus.

Nach kurzer Wartezeit auf das nächste Tenderboot, die uns von der Schiffsbesatzung mit heißem Kaffe und/oder Tee verkürzt wird, geht’s dann zurück an Bord.

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Mit der Rückfahrt durch den Auranger- und Sognefjord geht ein rundum gelungener Ausflugstag zu Ende. Noch schnell ein Bild von der Fjordlandschaft geknipst, ehe es über Nacht weiter nach Bergen gehen wird.

Geschrieben von kuni-r am 21. Juni 2008 | Abgelegt unter Kreuzfahrt im hohen Norden,Reiseberichte Kuni | Keine Kommentare

Zw… auf Kreuzfahrt – 15

19. Juni 2008 – 82 Seemeilen

Wir kommen verspätet in Bergen an und parken “jwd” im Containerhafen “Havnelageret Dokken”. Schade, schade, denn von einer früheren Schiffsreise kenne ich die Standard-Anlegestelle für Kreuzfahrer nur ca. 500 Meter vom alten Hafen und Bryggen entfernt. Ich hatte mich schon gefreut, daß ich eventuell noch ein wenig Freizeit dafür nutzen könnte, dort noch schnell mal hin zu laufen.

Pustekuchen – ein Buspendelverkehr soll eingerichtet werden. Fahrzeit zum Hafen ca. 10 bis 15 Minuten. An Laufen also nicht zu denken. Na ja, Uwe und ich hatten sowieso eine Ganztagesreise mit Mittagessen zum Hardangerfjord gebucht.

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Kurz vor halb Zwölf starten wir endlich zu unserer Ganztagesreise in die wunderschöne Landschaft um den Hardangerfjord. Erster Stop schon nach wenigen Kilometern an einem alten Kloster, dessen Überreste wir im Schnelldurchlauf besichtigen können. Ein Stop, den Winnie für die Fotografen unter uns wohl außertourlich organisiert hat.

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Uwe, Winnie und ich warten bis der große Run vorüber ist, um dann im Schweinsgalopp, halb walkend, halb rennend das Gelände zu durchqueren. Wenigstens für ein paar Fotos reicht’s dann doch, ehe es mit dem Bus weitergeht.

Nachdem sich örtlicher Reiseleiter und der Busfahrer über die angeblich kürzeste Strecke zur Fähre geeinigt haben, wir erstmal einige hundert Meter in die offensichtlich falsche Richtung fuhren, ging’s dann doch drauf. Aussteigen verboten – 15 Minuten Fahrt, runter von der Fähre, 15 Minuten Pinkelpause direkt an der Anlegestelle. Tolle Fotomotive von Anlegestelle, Parkplatz und norwegischen Toiletten mit riesenlanger Schlange davor.

Dann Weiterfahrt, wieder mit einem kleinen Uneinigkeitsumweg zur Kirche von Holdhus. Der Busfahrer war Schwede, der Guide Norweger. Ich hatte den Eindruck, daß sich die beiden nicht all zu gut riechen konnten.

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In der Kirche bunt gemischtes aus vielen Jahrhunderten, ein Vortrag in englisch, der von unserem Guide dann so gut wie möglich ins Deutsche übersetzt wird. Eines der ältesten Teile ist die oben abgebildete Kanzel. Ich hab keine Ahnung, was an dieser Kirche so sehenswert gewesen sein soll. Wir fahren weiter. Schöne Fotomotive werden gekonnt umfahren. Anhalten kommt nicht in Frage, wir sollen ja zum Mittagessen – es ist nach Drei.

Wir fahren Bus. Plötzlich ein Halt – Gemurmel zwischen Busfahrer und Guide. Wir wenden, fahren einige hunder Meter zurück. Stolz wird uns ein Haus neben einem großen Felsbrocken vorgeführt, der wohl vor einiger Zeit beim Runterfallen vom Berg das Haus knapp verfehlt hatte. Blah, blah – Trolle – blah, blah… Wie gesagt, alles aus dem fahrenden Bus. Wir wenden wieder und es geht weiter.

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Wir kommen zu einem Wasserfall, “unter dem man durchgehen kann, ohne naß zu werden”. Toll, wenigstens 10 Minuten Zeit, um, wieder im Schweinsgalopp, hochzulaufen und einige Fotos zu schießen.

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Zu allem Überfluß regnet’s auch noch kräftig, wie man an den Tropfen auf der Frontlinse aus dem oberen der beiden Wasserfallbilder ersehen kann.

Ob wir vor oder nach dem Wasserfall gegen 17 Uhr zu Mittag gegessen haben, weiß ich nicht mehr. Ich hab’s verdrängt. Wenigstens gab’s im Hotel ein recht gutes Buffet und Kaffee bodenlos und KEINE Rheumadecken.

Rein in den Bus, vorbei an schönen Fotomotiven husch, husch zurück nach Bergen. Kein Fotostop mehr – “keine Zeit, wir sind schon sehr spät dran…”. In Bergen ging’s dann zügig mit dem Bus an Bryggen und dem Hafen vorbei zurück zum Schiff. Obwohl ich mich bemüht habe, hat’s nicht mal zu einem Foto aus dem Bus gereicht – wir waren einfach zu schnell.

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Nach 8 Stunden Busfahrt für knappe 150 Euro (wie gesagt, ohne Rheumadecken und auch ohne Werbegeschenke), ging’s zurück auf den Dampfer und ab nach Stavanger. Wir lernen während der Ausfahrt noch das typische Bergener Wetter kennen. Mal eher freundlich, mal Schnürleregen, dann wieder freundlich – alles innerhalb weniger Minuten.

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Der Abend bricht herein und es ist schlechtes Wetter und hoher Seegang angesagt. Im Fjord, noch einige Seemeilen ab von freien Gewässern ist davon noch nicht viel zu spüren.

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Während des Abendessens (auch da erinnere ich mich nicht mehr, was es gab und wie es schmeckte – ich hab’s verdrängt) hat uns Andrej verkündet, der Käptn hätte ihm versprochen langsam zu fahren, damit die abendliche Show ohne großen Seegang vorgeführt werden könnte. Sänger und Ballett sollen auf Rollschuhen auftreten und Auszüge aus Starlight Express zum Besten geben. Heute abend ist also Musical-Show und ich beschließe, hin zu gehen.

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Zwei der Sänger, hier im Bild zu sehen, singen nach meinem laienhaften Dafürhalten wirklich gut. Toll tanzt das Ballett, das auch heute abend wieder zeigt, wie vielseitig es ist. Warum man allerdings gerade die beiden schlechteren Sänger einen ellenlangen Part mit doch recht schwierigen Songs singen lässt, ist mir dann doch nicht ganz eingängig. Die Sängerin haut öfter mal einen halben Ton daneben. Bei einer meiner Tischnachbarinnen, ihrerseits Musikerin, hole ich mir die Bestätigung, daß meine Einschätzung der dargebrachten Qualität nicht an meinem unmusikalischen Gehör liegt.

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Wenigstens ein kleiner, durchaus beeindruckender Rollschuhauftritt der Entertainmenttruppe ist uns noch vergönnt, ehe aus Sicherheitsgründen wieder auf Tanzschuhe gewechselt wird. Der Kapitän hat sein Verspreichen nicht wahr gemacht und hat inzwischen die schützende Küste verlassen. Es wird ziemlich schaukelig, was mich aber von meinem Absacker-Dosen-Weizenbier nach der Show in der Freibeuterbar nicht abhalten kann.

Heute war, trotz der paar Show-Higlights, ein echter Scheißtag. Erstmals habe ich die Buchung des Ausflugs wirklich bereut und mich über meine eigene Blödheit geärgert. Ich hätte streiken sollen, wie von einigen Busgästen vorgeschlagen. Diese 150 Euro hätte ich leichter in der Freibeuterbar versoffen, da hätte wenigstens die Zdenka, unsere Lieblings-Barfrau was davon gehabt.

Da hat auch nix geholfen, daß auch an diesem Abend wieder den Erzengel Gabriel durch’s Schiff getragen wurde. Aber davon will ich morgen oder übermorgen noch etwas mehr erzählen.

Geschrieben von kuni-r am 21. Juni 2008 | Abgelegt unter Kreuzfahrt im hohen Norden,Reiseberichte Kuni | Keine Kommentare

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